Im heutigen Blogpost möchte ich näher auf die Dranginkontinenz eingehen und warum Betroffene gar nicht zwangsläufig inkontinent sind. Wenn man im Alltag von sogenannter Dranginkontinenz spricht meint man eine Erkrankung, bei der die Betroffenen einen sehr starken plötzlich auftreten Drang verspüren zur Toilette gehen zu müssen, außerdem gehen die meisten Betroffenen deutlich häufiger zur Toilette als üblich. Der Drang kann diverse Auslöser haben, neben bestimmten Lebensmitteln und der verkehrten trinkmenge können auch gewisse Situationen auslösend wirken. Viele kennen das wenn irgendwo Wassergeplätscher zu hören ist aber auch nach Hause kommen und den Schlüssel ins Schloss stecken ist ein klassischer Drangauslöser.  Eine tatsächliche Inkontinenz tritt nur bei ca. 30% der Betroffenen auf, deshalb ist der Begriff in diesem Zusammenhang nicht immer passend.

Hallo, ich bin Annika. Physiotherapeutin mit dem Schwerpunkt Beckenbodentherapie und Frauengesundheit. Ich möchte Dich dabei unterstützen das Vertrauen in deinen Körper zurück zu gewinnen. Ich habe in den letzten zwei Jahren unzähligen Frauen zurück zu mehr Lebensqualität geholfen. Meine Schwerpunkte sind die Schwangerschaft & Rückbildungszeit, Probleme während der Wechseljahre und chronische Schmerzen im Becken bswp. aufgrund von Endometriose oder Vaginismus.

Ursachen

Einer Drangproblematik können viele Ursachen zu Grunde liegen. Zum einen ist in den meisten Fällen die Blasenkapazität verringert. Normalerweise fasst eine Blase 350-600ml und ein Toilettengang ist alle 2-4h nötig. Diese Parameter sind häufig deutlich verändert, so gehen Betroffene mehr als 8-mal am Tag zur Toilette. Eine weitere Ursache ist ein falsches Toilettenverhalten. Darunter zählt zum Beispiel „vorsorgliches“ zur Toilette gehen bevor das Haus verlassen wird oder sofortiges gehen beim ersten Drang. Durch diese Angewohnheiten wird die Blasenkapazität weiter verkleinert und die Symptomatik verstärkt. Auch andere Diagnosen wie ein Absinken der Blase können eine Rolle spielen. Ebenso wie psychosomatische Faktoren und die Ernährung. So reizen koffeinhaltige Getränke die Blase ebenso wie scharfe Gewürze und Zitrusfrüchte. Weiterhin trinken viele Betroffene zu wenig aus Angst noch häufiger zur Toilette zu müssen. Dadurch ist der Urin jedoch konzentriertet und löst eher Drang aus, das Problem wird also verstärkt. Ausreichend zu trinken ist also ein wichtiges Ziel im Zuge der Therapie.

Verstärkt wird das Problem häufig dadurch, dass die Grundspannung im Beckenboden zu hoch ist. Das kann auch zu weiteren Problemen wir Schmerzen beim Sex führen.

Therapie

Für eine individuelle Therapie ist ein ausführlicher Befund nötig weswegen ich dir immer einen Termin bei einem Frauenarzt empfehlen würde, mit dem du deine Optionen besprechen kannst. Ein wichtiger Bestandteil, der auch in den ärztlichen Leitlinien empfohlen wird, ist die Physiotherapie.

Grundsätzlich ist es wichtig herauszufinden was im Einzelnen drangauslösende Faktoren sind und diese dann positiv zu beeinflussen. Dazu bietet es sich an für 2-3 Tage ein Mitktionsprotokoll auszufüllen. Dabei trägst du genau ein wann? du was? und wie viel? trinkst, wann? du wie viel Urin ausscheidest? Wie häufig du starken Drang verspürst? und optimalerweise was du isst? und ob es andere besondere Vorkommnisse? gibt. Daraus kann man schon sehr viele wichtige Informationen auslesen.

Aufschubstrategien

Im nächsten Schritt erlenerst du verschiedene Drangaufschubstrategien. Der Drang dauert üblicherweise nur 20-30 Sekunden an und kann überwunden werden. Dadurch kannst du verhindern jedes Mal zur Toilette zu gehen und deine Blasenkapazität wieder verbessern. Im nachfolgenden liste ich ein paar dieser Strategien auf, probiere sie gerne mal aus und sag mir welche dir am Besten geholfen haben.

  • Binde Dir einen Schuh zu (oder tu so😉)
  • Tippel auf den Zehenspitzen
  • Tu so, als würdest Du ein Bonbon lutschen
  • Drücke Deine Zunge gegen den Gaumen

Außerdem ist die Spannung im Beckenboden häufig dauerhaft erhöht, sodass es hilft verschiedene Mobilisationsübungen durchzuführen und allgemeine Entspannungstechniken wie Achtsamkeit, Meditation oder progressive Muskelrelaxation zu erlernen. Ebenso ist es hilfreich eine gute Wahrnehmung für eine effektive Beckenboden Anspannung zu entwickeln, dafür ist es sinnvoll sich an einen ausgebildeten Therapeuten zu wenden der dich durch die Übungen durchführt.

Ich hoffe ich konnte dir mit diesem Blogbeitrag einen guten Überblick verschaffen. Wenn du noch mehr zu dem Thema wissen möchtest lade dir doch gerne mein kostenloses E-Book runter.

Telefongespräch & Terminbuchung

Du hast Interesse an einem Behandlungstermin in Frankfurt am Main oder möchtest Dich vorab noch einmal telefonisch informieren? Dann melde Dich gerne bei mir für die weitere Besprechung.

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